✨ Meine Gedanken – warum ich mit 65 (und bald 66) so tief fühle
Weißt du… manchmal sitze ich hier, höre diese alten Songs, blättere innerlich durch mein Leben und merke, wie mich manche Töne heute stärker berühren als früher. Und ich habe mich gefragt, warum das so ist.
Vielleicht liegt es daran, dass ich inzwischen 65 bin – bald 66 – und vieles von dem, was ich früher einfach erlebt habe, heute anders in mir klingt.
Früher war alles laut, schnell, wild. Ich bin einfach durch mein Leben gerannt. Keine Zeit, tiefer zu fühlen. Keine Zeit, etwas wirklich zu begreifen.
Heute ist es anders. Heute höre ich hin. Heute lasse ich Dinge zu. Und plötzlich trifft mich jeder Akkord, jeder Text, jede Erinnerung mitten ins Herz.
Ich habe so vieles erlebt: Liebe. Fehler. Glück. Verluste. Neuanfänge. Wendepunkte. Und all das schwingt mit, wenn ich diese Lieder höre.
Vielleicht ist das der Grund, warum Musik heute nicht mehr nur Musik ist. Sie ist ein Stück meines Weges. Ein Foto ohne Bild. Eine Erinnerung ohne Datum. Ein Gefühl, das zurückkommt, wenn ich längst dachte, es wäre still geworden.
Mit 65 höre ich nicht weniger. Ich höre mehr. Tiefer. Ehrlicher. Näher an mir selbst.
✨ Flux9 Erinnerungen – Musik, die ein Leben erzählt
❤️ Foreigner – I Want To Know What Love Is
Heute, während ich diesen Song höre, spüre ich etwas, das tiefer geht als Worte. Es ist dieses stille, warme Gefühl, das mich ganz einnimmt – ohne Zweifel, ohne Angst. Einfach nur fühlen.
Ich merke, wie ich träume, wie ich mich öffne, wie Liebe wieder etwas Reines wird. Nicht kompliziert. Nicht schwer. Sondern weich, klar und tief.
„I Want To Know What Love Is“ bringt etwas in mir zum Klingen, das ich lange nicht gefühlt habe: dieses unerschütterliche Vertrauen, dass Liebe möglich ist – jetzt. Heute. In meinem Leben. Und dass sie gut ist, so wie sie ist.
Ich genieße dieses Gefühl. Diese Ruhe. Diese Nähe zu mir selbst. Dieses Wissen, dass Liebe nicht immer laut sein muss – manchmal ist sie einfach nur da, und man lässt sie in sein Herz, ohne darüber nachzudenken.
Vielleicht ist es genau das, was ich heute fühle: Liebe, die sich nicht erklären muss. Vertrauen, das sich richtig anfühlt. Und ein Herz, das sich traut, wieder weich zu sein.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🤘 Status Quo – Roadhouse Blues
Meine Worte über „Roadhouse Blues“
„Roadhouse Blues“… das ist für mich dieses Gefühl, wenn du losfährst ohne Ziel, nur mit Musik im Blut und dem Wind, der dir zuflüstert: „Komm, Jung… weiter.“
Und Status Quo? Die hauen da eine Energie rein, die direkt unter die Haut geht. Nicht perfekt, nicht glatt – ehrlich, roh, lebendig.
Das ist die Art Musik, die dich nicht fragt, wie’s dir geht – sondern dich packt und mitzieht, ob du willst oder nicht.
Und ich schwöre: Bei diesem Song bin ich sofort wieder der junge Kerl auf der Straße, der das Leben nicht erklären musste, sondern einfach nur gefühlt hat.
Mit der Gruppe bin ich groß geworden.
Ihre Musik hat mich begleitet, hat mich geformt, hat mich oft genau da aufgefangen, wo Worte nicht gereicht haben.
Bei Status Quo fühle ich bis heute: Das bin ich.
Das war meine Jugend.
Mein Weg, meine Straße, mein Sound.
Roadhouse Blues in der Version von Status Quo ist kein glatter Classic-Rock – es ist ein Stück staubige Freiheit. Ein Song, der eher nach Motor, Schweiß und Asphalt klingt als nach sauberer Studio-Luft. Musik, die dich daran erinnert, dass man manchmal einfach fahren muss, ohne Ziel, aber mit vollem Herzen.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🌙 Nina Hagen – Unbeschreiblich weiblich
Ich weiß noch genau, wie mich diese Frau das erste Mal erwischt hat. Diese Stimme – wild, frei, unberechenbar. Diese Texte – direkt ins Herz, direkt in den Bauch, direkt in die Seele.
Sie war nie einfach nur Sängerin. Sie war ein Vulkan. Eine Naturgewalt. Eine Frau, die nichts zurückhält. Und genau das hat mich sofort fasziniert.
Ich hab mich viel mit ihr beschäftigt – und erst da wurde mir richtig klar, welche Sprengkraft sie gerade im Osten hatte.
Eine Frau, die laut über Freiheit singt. Über Selbstbestimmung. Über Lust. Über Leben ohne Grenzen.
In einer Zeit, in der Freiheit nicht laut sein durfte.
💛 Mein Blick auf die Frauen im Osten
Mut. Selbstbewusstsein. Unabhängigkeit. Feuer.
Wenn ich heute drüber nachdenke, weiß ich:
Die Frauen im Osten hatten das alles schon immer.
Vielleicht sogar noch mehr als viele im Westen.
Ich habe mich viel unterhalten, zugehört, gefragt –
echte Gespräche, von Herz zu Herz –
und ich hab schnell gemerkt:
Die Frauen dort waren stark.
Sie mussten stark sein.
Sie haben gearbeitet, Familien getragen,
das Leben gemeistert – ohne großes Publikum.
Was fehlte, war nicht Stärke.
Was fehlte, war die Bühne.
Genau deshalb hat Nina Hagen so eingeschlagen:
Sie hat etwas laut gemacht,
was viele im Osten längst in sich trugen.
„Ich höre euch jetzt.
Und ich sehe euch wirklich.“
Und genau da versteht man,
warum Nina nicht nur Musik war –
sondern ein Gefühl von Freiheit,
das man nicht leise leben wollte.
⭐ „Unbeschreiblich weiblich“ – Wirkung in der DDR
Als der Song im Westen erschien, war Nina in der DDR bereits verboten. Und trotzdem wurde er im Osten heimlich Kult.
Über West-Radio, Kassettenkopien und Freunde hörten Jugendliche den Song – oft zum ersten Mal mit Kopfhörern im Halbdunkel.
Für viele Frauen war es ein Gefühl von: „Genau so. Das bin ich auch – nur darf ich es hier nicht sagen.“
🔥 Ein verbotener Song. 🔥 Eine laute Frau. 🔥 Und im Osten ein stiller, aber kraftvoller Funken Freiheit.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🌸 Scott McKenzie – San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair)
Meine Worte über „San Francisco“
„San Francisco“ – das war kein einfacher Song, es war eine Einladung. Eine Melodie, die nach Frieden roch, nach Blumen, Freiheit und Hoffnung. Wenn ich das heute höre, spüre ich wieder diesen Traum, der uns damals trug.
Wir wollten Liebe, nicht Macht. Wir wollten Gemeinschaft, keine Grenzen. Es war eine Zeit, in der man glaubte, Musik könne die Welt verändern – und vielleicht tat sie das auch, für einen Moment.
Ich erinnere mich an das Knistern des Lagerfeuers, den alten Kassettenrecorder, meine langen Haare im Wind, und irgendwo das Mädchen mit dem Duft von Patchouli in der Luft. Wir tanzten leise, kaum bewegt, verloren im Takt, im Augenblick, im Glauben, dass das Leben ewig so bleiben könnte.
Diese Nächte waren anders – frei, unbeschwert, unendlich weit. Niemand dachte an morgen, niemand wollte mehr, als einfach da zu sein. Wir saßen im Kreis, lachten, schauten in die Flammen, erzählten Geschichten, die keinen Anfang und kein Ende brauchten. Es war, als hätte die Zeit aufgehört zu existieren, nur um uns diesen Moment zu schenken.
Ich war jung und voller Träume, wollte nichts besitzen, nur fühlen, leben, lieben. Die Welt schien offen, und wir waren Teil von etwas Größerem – einer Bewegung, die aus Herzen bestand, nicht aus Regeln.
Wenn ich heute die Melodie höre, sehe ich all das wieder vor mir: die Gesichter im Feuerschein, das Glitzern in den Augen, das Schweigen zwischen zwei Takten, in dem sich alles verstand, ohne dass jemand ein Wort sagte.
Es war diese Freiheit – so zart, so echt, so menschlich. Kein Druck, kein Ziel, kein Müssen. Nur das Leben selbst, roh, leise, schön. Ich verstehe heute mehr – aber manchmal sehne ich mich danach, wieder nichts verstehen zu müssen, sondern einfach zu spüren: dass alles richtig war, so wie es war.
Ein persönlicher Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
⚡ Elektra – Nie zuvor
Meine Worte über „Nie zuvor“
Manchmal gibt es diese Momente im Leben, in denen Nähe, Stille und ein gemeinsamer Augenblick plötzlich alles verändern. Dann bekommt ein Lied eine Bedeutung, die tiefer geht als Worte es erklären können.
Wir alle kennen Zeiten, in denen man aufbrechen muss, Wege gehen, die man nicht geplant hat, und dennoch spürt: Das, was wirklich zählt, bleibt bestehen – egal, wie weit man sich entfernt.
Vielleicht zeigt uns Musik gerade dann, dass Verbundenheit mehr ist als ein Ort, und dass keine Entfernung der Welt echte Gefühle kleiner machen kann.
Es gibt Songs, die sind keine Musikstücke, sondern Lebenszustände. Nie zuvor ist genau so einer. Kein glänzender Hit, kein gefälliger Rock – es ist ein Lied, das nach innen geht, in die Räume, in die man sonst nur nachts hinschaut.
Es ist diese Stimme – rau, offen, ehrlich bis zur Schmerzgrenze. Sie klingt, als würde jemand reden, der alles versucht hat, alles gegeben hat, und trotzdem an einem Punkt steht, an dem nichts mehr bleibt außer Wahrheit.
Der Song erzählt nicht von schönen Momenten, sondern von dem, was Menschen zerreißt, wenn Liebe, Leben, Hoffnung, Halt plötzlich ins Wanken geraten. Man hört in jeder Zeile diesen Zug nach unten, diesen Strudel aus Erinnerungen und dem, was man gern anders gehabt hätte.
Und gleichzeitig ist da eine Kraft –
so ehrlich, dass sie fast weh tut.
Es ist, als würde der Song sagen:
„Man kann fallen. Man kann zerbrechen.
Man kann verlieren, was man nie verlieren wollte…
und trotzdem weitergehen.“
Kein Pathos. Kein billiger Trost. Nur die Erkenntnis, dass Schmerz manchmal das ist, was uns wirklich zeigt, wer wir sind. Vielleicht trifft dich dieser Song deshalb so hart – weil du selbst weißt, wie es sich anfühlt, wenn man an einem Punkt steht, an dem man nicht weiter weiß und trotzdem nicht aufgibt.
Nie zuvor ist kein Lied zum Mitsingen. Es ist zum Durchfühlen. Ein Lied, das daran erinnert, dass tiefe Wunden nicht nur zerstören – sie verändern uns. Und manchmal machen sie uns stärker, ehrlicher, menschlicher als alles andere.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🛣️ Chris Rea – The Road to Hell (Live)
Meine Worte über „The Road to Hell“
The Road to Hell – ein Song wie ein dunkler Spiegel. Chris Rea hat hier kein Märchen erzählt, sondern eine Wahrheit, die wir alle kennen: dass man sich auf dem Weg verlieren kann, wenn man vergisst, warum man überhaupt losgegangen ist.
Ich erinnere mich an eine Nacht auf der A14 Richtung Leipzig – das Radio spielte genau diesen Song. Die Straße war leer, der Himmel offen, und ich, allein im Auto, die Finger trommelten im Takt aufs Lenkrad. Ich musste lächeln – „Sven on the Road to Hell“, dachte ich, und in diesem Moment war alles da: Freiheit, Nachdenklichkeit, Leben.
Es war einfach dieser Sound – die Gitarre, die Stimme, der Rhythmus, der irgendwo tief in mir vibrierte. Fast allein auf der Straße, und doch nicht einsam. Nur ich, das Licht der Scheinwerfer, und dieses Gefühl, dass Musik manchmal mehr sagt als tausend Gedanken.
Ein persönlicher Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🌙 Dirk Michaelis – Als ich fortging
Meine Worte über „Als ich fortging“
Und dieser Song… der passt einfach.
Als ich fortging ist kein Abschiedslied – es ist ein Lied über Verbindung. Über das, was bleibt, selbst wenn man gehen muss. Über diese zarte Linie zwischen Schmerz und Hoffnung, die nur Menschen kennen, die wirklich lieben.
Dirk Michaelis singt mit einer Stimme, die trägt und gleichzeitig bricht. Eine Stimme, die nicht klagt, nicht richtet, sondern versteht. Er singt darüber, wie schwer Schritte sein können, wenn ein Teil des Herzens beim anderen Menschen bleibt.
Der Song erinnert daran, dass Liebe nicht endet, nur weil man fortgeht. Im Gegenteil – manchmal wird Nähe erst stärker, wenn man spürt, wie sehr man sich vermisst.
Vielleicht berührt uns der Song so sehr, weil er sagt, was wir fühlen: Dass wahre Liebe nicht festhält – sondern wartet. Dass sie nicht drückt – sondern trägt. Und dass sie immer wieder den Weg zueinander findet.
Als ich fortging ist ein Lied für Herzen, die wissen, dass Abschied nur ein Moment ist – aber Liebe bleibt.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🥃 Milk ’n Blues – Tennessee Whiskey
Am Kachelofen – unsere Bluesnacht
Es ist ruhig heute. Der Kachelofen knistert, das Feuer wirft warmes Licht in den Raum. Wir sitzen nebeneinander, nah, vertraut – und Tennessee Whiskey füllt die Stille wie eine warme Decke.
Früher hätte ich vielleicht in einer kleinen Bluesbar gesessen, ein Glas Whiskey in der Hand, du in meinem Arm, und ich hätte den Song zuerst mit dem Herzen gehört, lange bevor er meine Ohren erreicht.
Heute ist es anders. Leiser. Wärmer. Reiner. Keine Bar, kein Rauch, keine Fremden. Nur wir zwei, das Feuer und diese Stimmen, die tief gehen wie damals – nur gereifter, weicher, vertrauter.
Und während wir hier sitzen, denke ich: Das Gefühl ist nicht verschwunden. Es ist nur gewachsen. Tiefer. Ruhiger. Wie das Feuer vor uns – nicht mehr Funken, sondern Glut.
Manchmal braucht es keinen Whiskey mehr, um zu spüren, was Musik mit uns macht. Manchmal reicht die Nähe des Menschen, der deine Welt über Jahre gehalten hat – und ein Lied, das direkt ins Herz geht.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🎵 Orleans – Dance With Me
Meine Worte über „Dance With Me“
Doch es ist nicht nur die Melodie. Der Song trägt eine Symbolik in sich, die tiefer geht: eine Einladung, sich einzulassen – auf Nähe, auf Vertrauen, auf das Jetzt. „Dance With Me“ meint dabei viel mehr als einen Tanz. Es ist ein stilles „Komm mit mir“, ein Ruf nach Verbindung, nach dem Gefühl, dass man nicht alleine durch die Nacht gehen muss.
Und manchmal trifft genau das den Punkt, an dem man selbst steht. Musik berührt uns oft dort, wo Worte längst nicht mehr hinkommen. Wenn man sich nach Ruhe, Halt oder einem klaren Gefühl sehnt, kann ein Song wie dieser plötzlich eine enorme Wirkung entfalten. Er legt die Hand auf etwas, das man vielleicht lange nicht berührt hat.
Vielleicht ist es genau das, was „Dance With Me“ so besonders macht: Er ist leicht – aber niemals oberflächlich. Er ist warm – ohne kitschig zu wirken. Er lässt Raum für das, was wir selbst mitbringen. Und manchmal öffnet er eine Tür zu einem Gefühl, von dem man nicht wusste, dass es noch da ist.
Ein Song, der nicht fragt, sondern einlädt. Ein Moment, der bleibt. Ein Tanz, der nicht zwingend Bewegung braucht – nur Offenheit.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🔥 BAP – Kristallnaach
Meine Worte über „Kristallnaach“
Un ich froch mich: Warum merke die Lück dat nit? Et passe immer widder in die Zick, als hätt keiner jet us de Jeschichte jeläört.
Un jetz och noch met d’r Ukraine — et jeht mir durch Mark un Bein.
Saach ens, wie kann et sin, dat die Politicker sich esu behn? Do meint mer, se hätte nix us de Ahle jeläört. Die han noch jewoss, wat Krieg heeß, vor allem noh däm zweite Weltkrieg.
Pfui Deuvel — nie widder darf et esu wigger jon!
Un jraad deshalb trifft mich dä Song hück noch mieh wie fröher.
Kristallnaach ist kein Song, es ist ein Warnruf. Ein musikalisches Mahnmal. BAP singen über eine Nacht, die sich nie wiederholen darf – und über die Schatten, die immer wieder versuchen zurückzukommen.
Das Lied brennt. Tief. Es erzählt von Hass, von Gewalt, von dem Moment, in dem Menschen zu Tätern werden, weil sie wegschauen oder mitlaufen.
Niedecken singt nicht aus Wut, sondern aus Sorge. Aus Verantwortung. Aus Liebe zur Menschlichkeit. Aus der Erkenntnis, dass Freiheit nie selbstverständlich ist.
Vielleicht packt uns dieser Song deshalb so: weil er uns zeigt, dass Dunkelheit nie plötzlich kommt – sondern Schritt für Schritt, wenn niemand widerspricht.
Kristallnaach ist ein Lied für heute. Ein Lied, das sagt: „Pass op. Bleib wach. Werd nie stumm.“
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
„Ich schriebe manches im Kölsche – einfach, weil et us mir esu eruß kütt. Un laach… hätt ich früher jewoss, dat et im Osten su wunderschöne Fraue jitt – ich wör schon vill eher noh drüvver jejange.“
🤘 Led Zeppelin – Whole Lotta Love
Die ersten Sekunden… und es knallt sofort.
Diese Gitarre. Dieser Druck.
Dieser Sound, der nicht fragt –
sondern einfach durch dich durchgeht.
Whole Lotta Love war für mich immer wie ein elektrischer Schlag ins Leben: ungeschliffen, roh, heiß – ein Song, der vibriert wie Haut, wie Nähe, wie Sehnsucht.
Und wenn Robert Plant singt, dann schreit da nicht nur ein Mann nach Liebe— es schreit die ganze Jugend nach Freiheit, nach Berührung, nach diesem Gefühl von: „Ich will leben. Und zwar richtig.“
Jimmy Page… Seine Gitarre ist kein Instrument, sondern ein Tier, das man kaum zähmen kann.
💛 Meine Kutten-Zeit
Und jedes Mal, wenn ich den Song höre, erinnert mich das an etwas, das ich nie vergessen werde:
Eng geschnittene Jeans mit Schlag, Plateaustiefel, die Straße unter den Sohlen, das ausgelatschte T-Shirt – und hinten auf der Kutte:
✦ LED ZEPPELIN ✦ groß, stolz, wie ein Versprechen.
Und dann meine langen, lockigen Haare – ja, wie Jimmy selbst. Nicht geplant, nicht gestylt – einfach so, wie ich war: wild, frei, schwer zu bremsen.
Dieses Kribbeln im Bauch, dieses Brennen unter der Haut, dieses Gefühl von: „Mir gehört die Straße – und die Welt gleich mit.“
Whole Lotta Love ist nicht einfach Musik. Es ist ein Teil meiner Jugend, meiner Freiheit, meiner Identität.
Wenn dieser Song läuft, bin ich wieder dieser Typ mit Kutte, Schlaghose, Plateaus, Haaren im Wind — und einem Herzen, das im Rhythmus von Led Zeppelin schlägt.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🌙 Karat – Jede Stunde
Meine Worte über „Jede Stunde“
„Weeste noch…“ – das ist für mich wie ein leiser Schlüssel in die Vergangenheit. Ein Wort, das Türen öffnet, von denen ich dachte, sie wären längst zu.
Jede Stunde ist kein lautes Lied – es ist ein Erinnern, ein Zurücklehnen, ein leises Atmen. Karat fängt dieses Gefühl ein, wenn zwei Menschen auf ihr Leben schauen und merken, wie viel von damals noch warm in ihnen weiterleuchtet.
Das klingt nach Nähe. Nach langen Sommerabenden, nach Gesprächen, die tief gingen und nie ganz verstummt sind. Es klingt nach zwei Herzen, die wissen, dass Zeit vergeht – aber dass das Schöne bleibt.
Der Song trägt diese besondere Ost-Melancholie, weich, ehrlich, unaufgeregt. Er sagt nicht: „Schau zurück.“ Er sagt: „Spür, was war – und nimm es mit nach vorn.“
Vielleicht berührt er mich deshalb so sehr: weil er mich daran erinnert, dass es Zeiten gab, in denen wir einfach nur gestaunt haben – über die Musik, über das Leben, über das, was noch vor uns lag.
Jede Stunde ist ein Lied für all die Momente, die uns geprägt haben – und die uns bis heute lächeln lassen.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🌞 Scorpions – Holiday
Meine Worte über „Holiday“
Verträumt schauen wir in den Himmel, zwei Menschen, ein Herzschlag, ein Lied. Und ganz leise singen wir mit: „Hoooolyyyyyydaaay…“ Es ist einer dieser Augenblicke, in denen Liebe nicht laut ist – sondern unendlich.
Holiday ist für mich kein einfacher Rocksong, sondern ein Gefühl von Freiheit und Frieden. Es klingt nach diesem Moment zwischen zwei Welten – zwischen Alltag und Traum, zwischen Müssen und Dürfen, zwischen Vergangenheit und dem Wunsch nach einem neuen Anfang.
Die Scorpions haben hier etwas geschaffen, das gleichzeitig groß und leise ist. Der Song schwebt wie ein warmer Wind, der durchs Herz zieht, ohne Druck, ohne Eile. Nur dieser leise Ruf: „Komm, lass uns einfach weg von allem – nur wir zwei.“
Wenn ich Holiday höre, dann sehe ich uns nicht an irgendeinem fernen Strand, sondern genau dort: auf unserer Wiese, in unserem Moment, wo die Zeit kurz stillsteht. Kein großer Urlaub, kein Luxus – nur du, ich und ein Lied, das sich anfühlt wie Zuhause.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🌿 Bob Marley & The Wailers – Natural Mystic
Meine Worte über „Natural Mystic“
Manchmal gibt es Songs, die kommen nicht über die Ohren, sondern über die Haut.
Und Natural Mystic ist genau so einer.
Das Lied steigt nicht einfach ein – es erscheint. Wie ein leiser Windhauch, der dich zurückholt in eine Zeit, in der die Welt langsamer war, die Gedanken tiefer und die Seele offener.
Bob Marleys Stimme klingt, als würde er etwas wissen, das wir alle schon ahnen – diese stille Wahrheit, die im Leben mitschwingt, wenn man endlich zuhört.
💛 Meine Erinnerung an Bob Marley & Rockpalast
Und dann ist da mein eigenes Bild: Rockpalast, 1980.
Die Halle voller Rauch, dieser süß-schwere Nebel, der wie ein Vorhang zwischen Licht und Schatten hing. Der Boden vibrierte, der Bass pochte wie ein Herzschlag, und ich stand mittendrin – jung, frei, voller Träume.
Dieser Sound… dieser Sound.
Er hat mich damals schon gepackt
wie kaum etwas anderes.
Nicht nur Musik –
es war eine Welle, die dich mitreißt,
bevor du merkst, wie tief du schon drin bist.
Für mich fühlt sich Natural Mystic an wie ein Morgen im Nebel, wie eine Erinnerung, die nie verschwindet, wie ein Stück Vergangenheit, das noch warm glüht.
Bob Marley hat nie nur gesungen. Er hat Räume geöffnet. Herzen. Wege nach innen.
Und bei diesem Song spüre ich es am stärksten: eine leise Magie, die mich bis heute begleitet – und mich wieder zurückbringt in diese Halle, diesen Rauch, dieses Gefühl von… Leben.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
🎸 Styx – Pieces of Eight
Meine Worte über „Pieces of Eight“
Die ersten Töne von Pieces of Eight haben mich nie gefragt, wie es mir geht. Der Song kam einfach – und nahm mich mit.
Keine Romantik, keine Nostalgie. Nur dieser klare Blick nach vorn, dieser Ruf, der einem sagt:
„Wach auf. Finde deinen Weg. Und lass dich nicht kaufen.“
Als ich den Song damals hörte, war ich jung, hungrig auf das Leben, voller Energie, voller Träume, voller Unruhe.
Und manchmal denke ich heute: In dieser Zeit hätte ich mich fast verloren.
Denn das war auch diese Ära von Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll – dieser Sog, der alles aufregend gemacht hat und gleichzeitig gefährlich nah an der Kante entlangführte.
Zu viele Wege, zu viele Verlockungen, zu viele Nächte, in denen man glauben konnte, unverwundbar zu sein.
Pieces of Eight war für mich wie ein Fingerzeig – ein Lied, das leise sagte:
„Pass auf, dass du nicht hinter Dingen herläufst, die dir am Ende nichts geben.“
Heute – mit 65 – verstehe ich die Botschaft viel klarer:
Es geht nicht um Geld. Es geht nicht um Besitz. Es geht darum, nicht zu vergessen, wer man ist, wenn die Welt einen in alle Richtungen zieht.
Styx haben mich nie sanft begleitet. Sie haben mich angestoßen. Geradegerückt. Erinnert.
Pieces of Eight bleibt für mich ein Song für die Momente, in denen man sich wieder fragt:
Bin ich noch auf meinem Weg? Oder bin ich irgendwo falsch abgebogen?
Und genau deshalb höre ich ihn heute mit mehr Respekt als damals.
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
⚡ Creedence Clearwater Revival – Fortunate Son
Meine Worte über „Fortunate Son“
Gleich am Anfang weißt du: Hier geht’s nicht um Schönklang – hier geht’s um Wahrheit.
Und dann kommt dieser Schrei. Dieser rohe, wahre, wütende Schrei. Ein Schrei gegen Ungerechtigkeit, gegen Machtspielchen, gegen die, die nie an der Front stehen, aber über Leben entscheiden.
Creedence Clearwater Revival haben damals das ausgesprochen, was so viele gefühlt haben – und was bis heute nicht alt geworden ist.
Und weißt du, was mich daran bis heute so packt?
Dass dieser Song für mich auch heißt:
Für das Recht, in einem Ghetto zu leben,
haben wir uns in Vietnam abschlachten lassen.
Genau dieses Gefühl steckt in diesem Schrei. Der Schmerz derer, die die Rechnung bezahlt haben, während andere im Warmen saßen. Die Wut darüber, dass manche weit weg entscheiden – und andere dafür bluten.
Für mich war dieser Song immer wie ein Schlag auf den Tisch:
„Ich sehe, was ihr treibt – und ich halte dagegen.“
Und wenn Fogerty die Stimme hebt und alles raushaut, dann brennt in mir etwas von diesem alten Feuer, das nie ganz ausgeht: dieses Gefühl, dass man für Wahrheit einstehen muss, auch wenn es unbequem ist.
Jedes Mal, wenn der Refrain kommt, dieser Schrei, dieses wilde Aufbegehren – spüre ich ihn wieder:
den Jungen in mir,
der sagt:
„Ich bin nicht blind.
Und ich bin nicht leise.“
Ein Beitrag von Sven für Flux9 Radio.
